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Neuigkeiten
30.09.2016, 11:18 Uhr
Presse: Das Ende der kleinen Königreiche
Beim Sportbrunch wurden Forderungen nach Fusionen von Vereinen laut
(Cottbus) Nur durch Zusammenschlüsse wird die Cottbuser Vereinslandschaft auf Dauer überlebensfähig sein. Die Bürokratie bringt die Vorstände in die Bredouille. Und die Turnhallengebühren in der Stadt dürfen nicht steigen. Auf dem inzwischen schon traditionellen Sportbrunch am Samstag in Cottbus haben die Chefs Cottbuser Vereine über die Zukunft des organisierten Sports in der Stadt diskutiert.
146 Sportvereine gibt es in der Stadt Cottbus. Der jüngste ist erst in der vergangenen Woche mit dem Ostseesportverein gegründet worden. Zwar gibt es den See vor den Toren der Stadt noch nicht. Doch die Mitstreiter um den neuen Vereinschef Ronny Seigerschmidt wollen bereits jetzt wichtige Weichen stellen.
Der Ostseesportverein soll sektionsübergreifend arbeiten. Für Segler, Radsportler, Läufer – alle Sportarten, die auf oder am See betrieben werden können, möchte der Verein Anlaufpunkt sein. Und so verkörpert der jüngste Spross der Cottbuser Sportfamilie das Modell der Zukunft.
Christian Seifert, Chef des Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportvereins (BPRSV), wurde am Samstag beim vom CDU-Landtagsabgeordneten Michael Schierack initiierten Sportbrunch deutlich: "Wir müssen weg von der Kleinstaaterei", erklärte er. "Ich plädiere für einen Zusammenschluss von Vereinen, um langfristig überlebensfähig zu sein." Seiferts Signal: Die Vereinschefs, von ihm "kleine Könige" genannt, müssen stärker aufeinander zugehen. Nur große Strukturen hätten langfristig eine Chance.
Seifert selbst leitet mit dem BPRSV den größten Verein Brandenburgs. Knapp 4300 Mitglieder zählt er, 640 Übungsleiter, eine Geschäftsstelle mit hauptamtlichen Mitarbeitern. "Wenn man als Verein schlagkräftig ist, dann ist man wesentlich attraktiver für eine ehrenamtliche Arbeit im Vorstand", so Seifert. "Größe bedeutet Schlagkraft und Kompetenz, ab einer gewissen Größe wird man zudem attraktiv für Ministerien, kann Fördergelder akquirieren", so der BPRSV-Chef. Und sportliche Erfolge lassen sich so ein wenig einfacher realisieren. Vier paralympische Medaillen holte der BPRSV in Rio. Darunter Leichtathletin Frances Herrmann, die gemeinsam mit Janne-Sophie Engeleiter und Trainer Ralf Paulo Gäste des Brunches waren, und von der Atmosphäre in Rio schwärmte.
Doch auch der BPRSV ist nicht vor einem Problem gefeit, kleinere Vereine trifft es noch mehr. Olaf Wernicke, Präsident des Stadtsportbundes, erklärte: "Ich höre immer wieder, dass die Bürokratie abgebaut werden soll – meine Wahrnehmung ist, dass sie immer schlimmer wird." In den Vorständen wachse die Angst vor persönlicher Haftung. Das mache es immer schwerer, noch Leute für die wichtige Arbeit zu finden. Antragstellung und Abrechnung von Fördermitteln müssten einfacher werden. "Da schmeißen viele schon das Handtuch", so Wernicke. "Beim Investitionsprogramm für den Sportstättenbau gelten die gleichen Vorgaben wie beim Flughafenbau – nur mit dem Unterschied, dass Vereinsvorstände dafür haften", so der Cottbuser Rechtsanwalt. Wernicke ergänzte: "Der Sport ist die größte Zivilorganisation im Land Brandenburg. Vielleicht müssten wir mal auf den Tisch hauen." Weniger Bürokratie, weniger Angst vor persönlicher Haftung – dafür müsse die Politik sorgen, so der Stadtsportbund-Präsident.
Lob gab es am Ende aber auch. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren mehrere Turnhallen saniert und damit die Bedingungen für die Vereine verbessert, so Wernicke. "Es ist eine gute Sache, dass trotz der bekannten Finanzlage der Stadt die Sportförderung beibehalten wurde", ergänzte er. Das gelte auch für die Turnhallen-Nutzungsgebühren. Diese dürften nicht weiter steigen.
Und die nächste neue Sportstätte ist schon in Aussicht. An der Astrid-Lindgren-Grundschule ist eine "schicke, neue Turnhalle" geplant, so Immobilienamtschefin Anja Zimmermann. Der Fördermittelbescheid soll in den nächsten Tagen kommen. Der Bau könnte dann noch in diesem Jahr starten. 2018 soll die Halle fertig sein.

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